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Die Mär vom "bösen Wolf" Cholesterin

Über den Tellerrand geblickt – Was ist dran an der "Cholesterinlüge".

Wolfsaugen

Der Beruf eines Medizinisch-technischen Assistenten (w/m) ist abwechslungsreich und vielschichtig. Ein Teilgebiet des Tätigkeitsfeldes betrifft die Angiologie. In diesem Bereich werden unter anderem die Gefäße des Patienten mit Hilfe modernster Dopplerdruckmessung untersucht. Diese Messung dient dem Abschätzen arteriosklerotischer Gefäßveränderungen und ist somit ein wichtiger Part zur optimalen Therapiegestaltung (vgl. Clemens, Amann-Vesti & Thakhammer 2012, S. 271). Viele schwerwiegende Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und periphere arterielle Verschlusskrankheit sind auf die Arteriosklerose zurückzuführen (vgl. Freissmuth, Offermanns & Böhm 2012, S. 467).

Auch unter medizinischen Laien ist bekannt, dass erhöhte Cholesterinwerte im Blut (Hypercholesterinämie), die Entstehung von Gefäßerkrankungen begünstigt. Doch in den letzten Jahren wurde diese Aussage immer öfter kritisiert. Die Vermutung der Cholesterinlüge breitete sich nicht nur in den arte- und 3sat-Dokumentationen aus. Was ist dran an der harschen Kritik? Bringen neue Studien Licht in den dunklen Wald der Cholesterinunsicherheit?
Schon in den 90er Jahren wurde eine Vielzahl klinischer Studien zu diesem Thema durchgeführt, die zeigten, dass eine Senkung der Cholesterin-Plasmakonzentration zu einer Verringerung des kardiovaskulären Risikos führt.
Eine relativ aktuelle und sehr umfangreiche Untersuchung mit Daten von über 100.000 Teilnehmern führte die Gruppe um Dr. Brian Ference aus Detroit zu dem eindeutigen Schluss: Das „böse“ Cholesterin fördert signifikant arteriosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen (vgl. Ference et al. 2017).

Halten wir fest: Ein erhöhter Blutwert des „bösen“ Cholesterins bedeutet statistisch gesehen ein höheres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen. Die Krux ist jedoch folgende: Wer bestimmt die Grenzwerte, bei denen die Gabe von Cholesterinsenkern gerechtfertigt ist? Ab welcher Cholesterinkonzentration besteht wirklich ein signifikantes Risiko von Gefäßerkrankungen? Wer wägt das Risiko der Nebenwirkungen und den Nutzen von Lipidsenkern ab? Fragen, über die es sich sicherlich lohnt nachzudenken, zu recherchieren und weiter zu diskutieren. Der Wolf wird also auch in Zukunft durch die Wälder schleichen.

Dem Untier stehen wir nicht wehrlos gegenüber. Immerhin wird etwa ein Drittel des Cholesterins über die Nahrung aufgenommen (vgl. Rosada). Empfehlenswert ist daher eine gesunde Ernährung (zum Beispiel Mittelmeerdiät), gepaart mit viel Bewegung und einem endgültigen Abschied von der Zigarette. Letzteres begrüßen definitiv auch die Kollegen in der Lungenfunktionsdiagnostik und die Flimmerhärchen in unserer Lunge.

Quellen

Clemens, R. K.; Amann-Vesti, B. R.; Thalhammer, C.: Periphere Dopplerdruckmessung. In: Deutsche medizinische Wochenschrift 2012; 137 (6), S. 271–273. DOI: 10.1055/s-0031-1298898

Ference, Brian A. et al.: Low-density lipoproteins cause atherosclerotic cardiovascular disease. 1. Evidence from genetic, epidemiologic, and clinical studies. A consensus statement from the European Atherosclerosis Society Consensus Panel. In: European heart journal. DOI: 10.1093/eurheartj/ehx144

Freissmuth, Michael; Offermanns, Stefan; Böhm, Stefan: Pharmakologie & Toxikologie. Von den molekularen Grundlagen zur Pharmakotherapie. Springer. Berlin, Heidelberg 2012. Online verfügbar unter http://dx.doi.org/10.1007/978-3-642-12354-2

Rosada, Adrian: Arbeitsbereich Lipidstoffwechsel. Charité – Universitätsmedizin Berlin: Cholesterin-Ratgeber. Online verfügbar unter https://lipidambulanz.charite.de/patienten/cholesterin_ratgeber/, zuletzt geprüft am 11.08.2017

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